Was sind unsere Qualitätsstandards? Wer sind unsere Rehabilitanden? Welche Behandlungsergebnisse können wir vorweisen? Wie ist es um die Ambulante Geriatrische Rehabilitation in Deutschland bestellt? Hier bekommen sie die Antworten auf diese Fragen.

Qualitätsstandards und Casana

Eine Mitgliedschaft beim Bundesverband Geriatrie (BVG) und in der Landesarbeitsgemeinschaft geriatrischer Einrichtungen (LAG) setzt hohe Qualitätsstandards voraus, die von den Verbänden regelmäßig überprüft werden. Dies betrifft insbesondere die Qualifikation der ärztlichen Leitung, die nur eine Fachärztin/ein Facharzt mit Zusatzbezeichnung klinischer Geriatrie innehaben kann. Aber auch die Qualifikation des gesamten therapeutischen Teams sowie die strukturellen, räumlichen und apparativen Voraussetzungen werden überprüft.

Q Reha Ambulant

Die Einführung eines Qualitätsmanagements hat unsere Einrichtung noch einmal weiter nach vorne gebracht. Nicht nur, dass hierbei alle Prozesse beleuchtet und strukturiert werden, auch die Zusammenarbeit im Team konnten nochmals entscheidend verbessert werden. Casana hat im Oktober 2016 erfolgreich ein Audit bestanden und ist seither zertifiziert nach Q Reha ambulant.

Kooperation mit Onko Aktiv

Unser Casana Rehabilitationsverein e.V. erfüllt die Qualitätsstandards und ist Mitglied bei OnkoAktiv, Nationales Centrum für Tumorerkrankungen der Universität Heidelberg und führt Rehabilitationssport bei Menschen mit Tumorerkrankungen durch.

Weitere Mitgliedschaften

  • Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG)
  • Bundesarbeitsgemeinschaft Mobile Rehabilitation (MoRe)
  • Gesundheitsprojekt niedergelassener Ärzte (GGM)
  • Alzheimer Gesellschaft Mannheim
  • Hausärzteverband

Projektgruppe für die Erstellung des Positionspapiers der DVfR

Casana ist Mitglied des Arbeitskreises, der für die Deutschen Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) ein Positionspapier zur nichtvollstationären rehabilitativen Versorgung geriatrischer Patienten erstellt.
Ziel des Positionspapieres ist es, das breite Spektrum der rehabilitativen Versorgung geriatrischer Patienten oberhalb der vertragsärztlichen Versorgung darzustellen und notwendigen Handlungsbedarf aufzuzeigen, wobei Bezüge zum vertragsärztlichen Bereich mitangesprochen werden.

Die Casana Qualität auf einen Blick

Allgemeine Angaben zu unseren Patienten

Durchschnittsalter

Das Durchschnittsalter unserer Rehabilitanden ist stetig gestiegen. Waren sie 2005 im Schnitt noch 77,8 Jahre alt, waren es 2016 bereits 80,6 Jahre.

Erklären lässt sich dies zum Teil durch ein immer besseres Angebot an ambulanter Rehabilitation in der Region. Jüngere Menschen werden in sogenannten indikationsspezifischen Einrichtungen rehabilitiert, wie etwa dem Rehazentrum auf dem Sand in Mannheim. Es handelt sich dabei um orthopädische, neurologische oder kardiologische Rehabilitanden. Der Schwerpunkt dort liegt auf „Reha vor Rente“. Bei uns heißt der Schwerpunkt „Reha vor Pflege“.

Geschlechterverteilung

Zwei Drittel unserer Patienten sind weiblich – woran liegt das?

Frauen leben im Schnitt 5 Jahre länger als Männer. Sie haben daher auch ein größeres Risiko, pflegebedürftig zu werden. Die Verteilung ist in allen geriatrischen Rehastatistiken ähnlich wie in Casana. Bedauerlicherweise leiden Frauen auch fünfmal häufiger an Osteoporose (Knochenschwund) – was zu deutlich mehr Knochenbrüchen führt.

Patientenzahlen

Nach wie vor klafft eine Lücke zwischen dem Rehabedarf und tatsächlich begonnenen Behandlungen – das zeigen auch unsere Zahlen.

Bis 2009 haben bei uns Jahr für Jahr mehr Menschen eine Rehabilitation begonnen, doch dann sank die Anzahl der Patienten wieder. Dies hat nicht etwa damit zu tun, dass es weniger Bedarf gibt, sondern damit, dass die Krankenkassen ab 2009 die Anzahl der Behandlungstage von anfänglich 20 auf 15 reduziert und gleichzeitig die Genehmigungsquote auf rund 50 Prozent gesenkt haben. Die Folge: Die Zuweisungen blieben aus. Schließlich ist es sehr frustrierend, eine Rehabilitation zu veranlassen, vier Seiten lange Anträge zu formulieren und dann in der Hälfte der Fälle eine Ablehnung zu erhalten. Das hat unsere Einrichtung in eine tiefe Krise gestürzt. Mit Kurzzeitarbeit, Verkauf des Pflegedienstes Casana mobil und Reduzierung der Mietflächen haben wir uns nur langsam wieder fangen können. Zwar steigt die Zahl der Assessments, die wir nach einer Zuweisung durchführen, seit einigen Jahren wieder an – doch auch 2016 konnten wir nicht das Niveau von 2007 und 2009 erreichen. Dafür hat sich jedoch die Genehmigungsquote der Kassen verbessert. Die Lücke zwischen Rehabedarf und den tatsächlich durchgeführten Rehamaßnahmen wird also etwas kleiner – und mit 428 Rehabilitanden haben wir 2016 bisher die meisten Patienten behandelt.

Der Anstieg der Patienten lässt sich also nicht damit erklären, dass es eine zunehmende Anzahl älterer Menschen und somit auch mehr Bedarf an einer Reha gibt. Diese Erklärung würde zunächst logisch erscheinen. Doch bereits 1996, als wir begonnen haben, gab es in unserem Einzugsgebiet mindestens 1.000 rehabedürftige ältere Menschen. Entscheidend ist also vielmehr, dass der Rehabilitationsbedarf viel zu selten erkannt und von den Krankenkassen genehmigt wird. Die Möglichkeit, Menschen ambulant zu rehabilitieren, wird viel zu wenig genutzt. Das trifft erst recht bei einer deutschlandweiten Betrachtung zu, da es so gut wie keine ambulanten Rehazentren für geriatrische Patienten gibt (siehe unten: „Die ambulante geriatrische Rehabilitation in Deutschland“).

Geriatrische Assessments und Rehabilitationen

Behandlungsergebnisse

Verbesserung der Selbständigkeit

Der Barthel-Index ist das geläufigste Messinstrument, um zu beschreiben, wie selbständig ein Mensch ist.

Dabei bedeutet die maximale Punktzahl von 100, dass ein Mensch in den sogenannten Basisaktivitäten völlig selbständig ist. Darunter fallen 10 Tätigkeiten des täglichen Lebens, die wir alle wiederkehrend verrichten müssen: Wie etwa Baden oder Duschen, 50 Meter selbständig gehen, alleine ins Bett hinein- und herauskommen oder Essen. Lernen Sie in unserem Selbsttest die 10 Aktivitäten kennen, auf die sich der Barthel-Index bezieht.

Unsere Rehabilitanden haben zu Beginn der Reha einen Wert von 77,7 Sie sind in ihrer Selbständigkeit also schon eingeschränkt. Nach Abschluss der Reha haben sie sich im Durchschnitt um 8,9 Punkte verbessert und erreichen dann 86,6 Punkte.
Der Durchschnittswert von Patienten, die eine Pflegestufe 1 (heute Pflegegrad 2) zugesprochen bekommen, beträgt übrigens 70 Punkte. Genau darum geht es uns: Wir helfen unseren Patienten dabei, sich von diesem Wert zu entfernen, länger selbständig zu leben und eine Pflegebedürftigkeit so lange wie möglich zu vermeiden. Je früher man damit beginnt, umso eher gelingt dies auch. Das können wir bei denjenigen Rehabilitanden sehr gut feststellen, die mehrere Rehas bei uns durchgeführt haben. Die Patienten mit dem besten Barthel-Index zu Beginn der ersten Reha, haben auch nach Jahren viel bessere Chancen, nicht pflegedürftig zu werden.

Verbesserung der Lebenssituation

Die meisten unserer Rehabilitanden profitieren von den Behandlungen. Dabei gelingen uns jedoch eher selten große Sprünge. Wir können die Zeit leider nicht zurückschrauben. Aber für viele Patienten haben bereits leichte Verbesserungen in diesem hohen Alter einen hohen Stellenwert, schließlich mussten sie jahrelang erfahren, wie sie immer unselbständiger werden. Die Rehabilitanden erleben, dass sie die Abwärtsspirale stoppen können und auch noch Verbesserungen möglich sind, wenn sie selbst aktiv werden. 10 % mehr Kraft, nur noch halb so viel Sturzangst, 20 % weniger Schmerzen, eine etwas zuversichtlichere Stimmung und eine doppelte Gehstrecke stellen dann einen enormen Erfolg für die Senioren dar und verbessern die Lebensqualität entscheidend.

Von den Patienten, die angeben, dass sich die Lebenssituation verbessert hat, sagen 20%, dass sie sich stark verbessert hat. 80% beschreiben sie Verbesserung als mittel-leicht. Nur 2 % gaben eine Verschlechterung an

Die ambulante geriatrische Rehabilitation in Deutschland

In Deutschland gibt es eine unzureichende Anzahl an ambulanten geriatrischen Rehabilitationsplätzen.

Einrichtungen wie Casana, die nicht an ein Krankenhaus angegliedert sind, sondern die Rehabilitanden bereits zu einem frühen Zeitpunkt vor allem aus dem ambulanten Sektor zugewiesen bekommen, sind sehr selten.

Die Anzahl der ambulanten Plätze in Deutschland ist nicht einfach zu ermitteln. Es könnten – eine Auslastung vorausgesetzt – rund 8.500 ambulante Rehabilitationen pro Jahr durchgeführt werden bei etwa 714 Behandlungsplätzen und durchschnittlich 20 Behandlungstagen pro Patient.

2014 hat der MDK 812.867 Erstbegutachtungen durchgeführt, mit diesen stellt er fest, ob ein Mensch pflegebedürftig ist – oder nicht. Doch bei jedem einzelnen Menschen sollte lange vor dem Begutachtungszeitraum geprüft werden, ob sich die zunehmenden Fähigkeitsstörungen und Teilhabebeeinträchtigungen durch Maßnahmen der tertiären Prävention – also durch Rehabilitationsmaßnahmen – vermeiden oder verzögern ließen. Darauf hat jeder gesetzlich versicherte Bürger einen rechtliche Anspruch. Die Krankenkasse besitzt einen Sicherstellungsauftrag, was die Durchführung von Rehabilitationsmaßnahmen betrifft. Sie ist verpflichtet dafür zu sorgen, dass die medizinisch notwendigen Maßnahmen eingeleitet werden, um die soziale Teilhabe zu sichern und zu ermöglichen. Es ist auch ihre Aufgabe dafür zu sorgen, dass die Behandlungen in geeigneten Einrichtungen durchgeführt werden.

Über das Geriatriekonzept des Landes Baden-Württemberg kann die Anzahl ambulanter Rehaplätze exakt angegeben werden. Es gibt hier 157 ambulante Rehaplätze für geriatrische Patienten. Die Anzahl stationärer Geriatrischer Rehabetten ist mehr als zehnmal so hoch. Dabei hat Baden-Württemberg noch einen Spitzenplatz beim Ausbaus von AGR inne.

Anzahl möglicher AGRs pro Jahr versus Erstbegutachtung MDK pro Jahr

Stationäre versus ambulante Rehaplätze Baden-Württemberg

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